Twitter, Facebook und Informationskompetenz

Posted for a workshop participant:

Social Media ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wie ihr wahrscheinlich alle wisst, ist Facebook mittlerweile so gewachsen, dass es das drittgrößte Land wäre – hätte es Einwohner. Man vergibt Likes, Shared und kommentiert Bilder, Kommentare und Ereignisse. Mit 288 Millionen Nutzern wäre Twitter auf Platz 4 der größten Länder. Ich möchte näher auf diese beiden Social Networks eingehen, weil sie an der Spitze stehen und so viel genutzt werden, wie kaum etwas anderes.

Ich selbst benutze sowohl Twitter, als auch Facebook. Bei beiden bin ich eher Informationskonsument und nur selten selbst ein Produzent. Was mich vor allem auf Twitter hält sind die kurzen, knappen Meldungen. Zu beobachten ist auch, dass auf Twitter hauptsächlich Journalisten, Medien und Stars zwitschern, was sie so bewegt. Was natürlich ein großer Vorteil ist, denn so bekommt man die Nachrichten (vgl. derStandard) in 160 Zeichen präsentiert. Um zu bewerten, ob diese News aber auch der Wahrheit entsprechen oder zumindest seriös sind, muss man schon ganz genau schauen, wer sich hinter dem Account verbirgt. Wenn man beispielsweise den Auftritt von der „Tagespresse“ oder dem „Postillon“ mit dem des Standards vergleicht, so kann man keine nennenswerten Unterschiede finden. Alle drei scheinen auf den ersten Blick seriös und „echt“ zu sein. Doch vergleicht man die Tweets (bzw. auf Facebook die Beiträge) miteinander, dann merkt man sehr schnell, dass die „Tagespresse“ und der „Postillon“ nur Satire-Zeitschriften sind. Beim Standard hingegen wird des Öfteren auch oft auf anerkannte Forschungsinstitute verwiesen und die richtige Quellenangabe steht ebenfalls dabei. Weitere Hinweise bieten die Impressen der jeweiligen Tageszeitungen. Wenn wir jetzt weggehen von den Zeitungen und uns wissenschaftlichen Texten zuwenden, so merken wir schnell, dass auch die URL eine Rolle spielt. Ein geprüfter, seriöser wissenschaftlicher Text, der auf der Seite der Universität Wien (univie.ac.at) erschienen ist, wird man ohne Bedenken weiterverarbeiten und als begründbare Quelle anführen können. Jedoch ist nicht jeder Facebook-Post eine wissenschaftliche Arbeit.
Jeder kann alles auf die Social Networks laden und so auch viele Gerüchte und Unwahrheiten verbreiten.

Um sich richtig und sicher im Sinne der Informationskompetenz in den Social Media-Kreisen zu bewegen erfordert es also eine gewisse Kompetenz um zu unterscheiden zwischen „Seriös“ und „Blödsinn“. Natürlich gibt es dazwischen noch einige Abstufung und ich habe das hier auch nur überspitzt dargestellt. Leider gibt es immer mehr Menschen, die alles für bare Münze nehmen, was auf den sozialen Plattformen so geschrieben wird. Meiner Meinung nach sollte man da vermehrt in den Schulen und jeglichen Bildungseinrichtungen Kurse anbieten, wo einem der Umgang mit Informationen in Social Networks beigebracht wird. Denn Informationskompetenz ist erlernbar 🙂

Sophie Pimpers

 

Advertisements

Informationskompetenz und Social Media

Soziale Netzwerke produzieren schnell, viele Daten. Die meisten dieser Daten sind redundant oder irrelevant und dies zu filtern ist eine Herausforderung für sich. Nimmt man sich dessen an, steht man vor einem weiteren Dilemma: Wenn man einmal inhaltlich Passendes gefunden hat, gilt es noch zu Verifizieren welche dargebotenen Inhalte stimmen und welche schlichtweg erfunden, politisch gefärbt oder zur Täuschung erdacht wurden. Informationskompetenz ist hier ein Weg sich zurechtzufinden. Die Bewertung von Informationen spielt an allen drei vorgestellten Modellen eine zentrale Rolle (ANCIL Strand 3 & 4, ML Goal 1, ACRL IL Framework „Authority is constructed“) und auch das Zurechtfinden in der „Informationsflut“ steht überall vorne mit dabei. Wie nun der arabische Frühling, Occupy und jetzt die IS-Netzpolitik gezeigt hat, können soziale Netzwerke gewaltige politische Reaktionsbeschleuniger werden – im Positiven, wie im Negativen. Eine breite informationskompetente Netzwerknutzung würde die Balance hier zum Positiven verschieben (Achtung, „positiv“ hier von meiner Warte aus – Authority is constructed! – aber bei den obigen Beispielen brauchen wir wsl. nicht groß diskutieren). Leider ist dies auch schon der Punkt, wo ich denke, dass wir (Bibliothekare) an unsere Grenzen stoßen: All diese Modelle wurden im Grunde in der akademischen Welt erdacht und wenn wir jetzt überlegen, welche Punkte wir uns für eine „österreichische Lösung“ und herauspicken, bleibt dies wieder an der Universität oder den öffentlichen Büchereien – also fernab von jeder Breitenwirkung. Naheliegend ist es jetzt diese Vermittlungsaufgabe an die Schulen abzuwälzen und etwas vergleichbares ist dort auch passiert: Mit den vorwissenschaftlichen Arbeiten müssen Lehrer entweder selbst Informationskompetenz vermitteln, oder den Kontakt zu den Bibliotheken suchen. Allerdings ist dies nur für Schüler relevant, die die Schule auf Maturaniveau abschließen. Alle „unteren“ Abschlüsse bleiben auf der Strecke und damit vielleicht die wichtigsten Zielgruppen. Bevor man nun überlegt wie man Informationskompetenz in den Unterstufenlehrplan integriert bleibt noch zu klären: läge der kompetente Umgang speziell mit sozialen Netzwerken nicht vielleicht doch im elterlichen Vermittlungsbereich – und wie steht es mit deren „Authority“? Vermutlich liegt die Lösung im Mittelweg. – Dominik Stachl, Teilnehmer ULG UB Wien 2015