Informationskompetenz @Bibliothekartag

Am österreichischen Bibliothekartag finden dieser Tage interessante Vorträge und Diskussionen aus den Themenbereichen Informationskompetenz und zur Vorwissenschaftlichen Arbeit statt.  Es werden ExpertInnen aus Österreich (Ulrike Kugler, Roland Robwein, Karin Ruhmannseder und Michaela Zemanek) und internationale Gäste vortragen: Jane Secker  aus Großbritannien (den TeilnehmerInnen der ULG Workshops vom ANCIL Rahmenmodell bekannt), Brigitte Schubnell aus der Schweiz, Karin Melloni, Simone Kibler, Linda Eckardt, Fabian Franke und Thomas Hapke aus Deutschland werden uns Einblicke in wichtige internationale Entwicklungen und Projekte erlauben.

Karin Lach

Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation der heutigen Generation Z

Gesellschaftsphänomene werden heutzutage immer schneller über Social Media-Plattformen erfassbar und damit auch live erlebbar. Jene Generation, der man dabei zusehen kann, wie sie sich jede mögliche frei verfügbare Sekunde im Web 2.0 zu Begebenheiten aller Art – sei es eine politische Stellungnahme, ein popkultureller Hype oder eine simple private Alltagsbefindlichkeit – äußert, Meinungen teilt oder negiert, Kommentare repliziert, Gerüchte und Mutmaßungen spreaded und all das mit Video- oder Audiomitschnitten unterlegt, wird von der populärwissenschaftlichem Mediensoziologie häufig unter dem Begriff „Generation Z“ zusammengefasst: Digital Natives sind die Kinder und Jugendlichen unserer heutigen Zeit, sie sind nach 1995 geboren und wachsen nicht nur mit moderner Technik, dem allgegenwärtigen 24/7-Internet und computerbasierenden Technologien in jedem erdenkbaren Lebensbereich auf, sondern werden bereits ab ihrer Geburt passiv wie aktiv damit konfrontiert. Zu den erwähnten computerbasierten Technologien zählen mitunter auch EDV-gestützte Lernmethoden – und damit verbunden auch moderne Wege der Informationsvermittlung und der Aufbau eines Bewusstseins für Informationsethik mit dem Ziel umfassender Informationskompetenz –, die heutzutage Einzug in jede (Hoch-)Schule genommen haben.

Was die Generation Z zu ihren Vorgänger-Generationen nämlich auszeichnet, ist ihr Umgang mit Kommunikation und Information, denn sie ist sich bereits von Anfang an darüber im Klaren, dass jede Person zugleich Informationsproduzent_in und Informationskonsument_in ist und diese Rollen zum Beispiel auf öffentlichen Social Media-Plattformen auch für Außenstehende sichtbar werden. Und gerade diese Kompetenz des relativ simplen Produzierens und Konsumierens von Informationen auf allen Ebenen der digitalen Welt und der (hoffentlich) bewussten Handhabung von Web 2.0-Instrumenten machen Informationsaustausch, Informationsvermittlung und schließlich auch Informationskompetenz zu einer wertvollen Schlüsselqualifikation der Generation Z.

Nun, die dynamische Medienwelt von heute, einschließlich der Mediennutzungsgewohnheiten dieser Generation Z, macht neue Wege der Vermittlung von Informationskompetenz nicht nur auf (Hoch-)Schulebene notwendig – und damit Entwicklungen, die traditionelle Konzepte erweitern und bewusst an den Online-Markt anzupassen versuchen. Ein logisches Modell hierfür ist das „Metaliteracy-Modell“, in dem Social Media, mobile Geräte, Online-Communitites und OERs (Open Educational Resources, also frei verfügbare Bildungsressourcen, Materialien für Lehre und Lernen) bereits integriert und als bedeutende Orte und Mechanismen der Informationsverbreitung gesehen werden.

Metaliteracy stellt ganz klar den „Lernenden“ in den Mittelpunkt des Modells, wobei hier besonders darauf Wert gelegt wird, den Lernenden nicht nur als Informationskonsumenten in einer mehr oder weniger passiven Rolle zu sehen, sondern vor allem auch als stark aktiven Teilnehmer im gesamten Informationsgeschehen um ihn herum, also als Informationsproduzenten, -veröffentlichenden und -weitervermittler gleichermaßen, der als Autor, Übersetzer oder Forscher wirken kann.

Metaliteracy will kritisches Bewusstsein in Bezug auf Senden und Empfangen von Informationen erreichen und die Reflexion über den generellen Gebrauch von Informationsaustausch anregen, wobei sich jede_r Nutzer_in sowohl über den eigenen Informationsbedarf als auch über die Konsequenzen der Tätigkeit als Informationsproduzent_in im Klaren sein soll – vor allem, was die sogenannten „Neuen Medien“ betrifft, die viele bisher undenkbare Wege im Informationsfluss öffnen. Darüber hinaus wurden vier Lernziele definiert: Einerseits werden diese auf einer behavioristischen (Fähigkeiten, Kompetenzen) und kognitiven (Verständnis, Anwendbarkeit, Wertung) Ebene verhandelt, andererseits auf einer emotionalen (Gefühle) und metakognitiven (Reflexion).

Auf letzterer, der metakognitiven Ebene, liegt hier ein besonderer Fokus, denn Informationen effizient zu suchen und zu nutzen wurde bereits von traditionellen Informationskompetenz-Modellen erreicht. Wodurch sich Metaliteracy abhebt, ist eben jene Meta-Ebene, die die Verbindung von eigener Informationsproduktion und -verteilung und der Reflexion darüber schafft. Gerade die Erzeugung dieses Bewusstseins und der Wahrnehmung der eigenen Person als aktive Teilnehmerin in der von digitalen Medien geprägten Informationswelt sollte daher unbedingt Bestandteil der heutigen Lehr- und Lernplänen sein, denn diese Kompetenzen können der aufstrebenden Generation Z zu einem immensen Vorteil in punkto Kommunikation und Wissensvermittlung verhelfen und somit auch das Informationserleben von deren Umwelt beeinflussen und im besten Falle stärken.

Eva Zimmermann, Teilnehmerin ULG ÖNB 2014/2015

a short overview

Unter Informationskompetenz versteht man die Fähigkeit … mit beliebigen Informationen selbstbestimmt, souverän, verantwortlich und Zielgerichtet umzugehen.“
(https://de.wikipedia.org/wiki/Informationskompetenz)

Eine wunderschöne, wenn auch breit gefächerte Formulierung aus der klar hervorgeht, dass der/die Lernende im Mittelpunkt des Geschehens steht. Der Schwerpunkt der Informationskompetenz liegt für mich in der Kompetenz zur zielführenden Recherche und der sinnvollen Verwertung der erhaltenen Information. Sie beinhaltet nicht die Art des Lernens.

Dazu braucht es ein Bündel von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen. Welche genau ist durchaus eine Diskussion wert.

In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden Standards entwickelt um dem komplexen Thema eine sinnvolle Struktur und Konsistenz zu geben.

In allen drei Modellen ( ” Metaliteracy ” und ” Framework for Information Literacy for Higher Education ” und ANCIL: A New Curriculum for Information Literacy ) die wir im laufe des Tages kennengelernt haben steht das Suchen, Finden und Verwerten von Information im Mittelpunkt.

Unter verschiedenen Blickwinkeln bieten die drei Standards unterschiedliche Strategien und konkretisieren die erforderlichen Skills (Fähigkeiten) und die notwendigen Werkzeuge für ein selbstständiges (lebenslanges) Lernen. Sie beinhalten auch konkrete Ansätze um diese zu vermitteln.

Als neutrale Quelle der Information haben Bibliotheken hier ein neues Betätigungsfeld gewonnen. Jeder Bibliothekar muss das „Sikllpack Informationskompetenz“ nicht nur beherrschen sonder auch weiter geben können. Das bedeutet das Bibliothekar/innen sich auch der Didaktik des „Unterrichts“ (Kursangebotes) widmen müssen. Für mich ist die emotionale Gestaltung der Lerneinheit etwas neues gewesen. Ich finde es schön das Unterricht nicht mehr mit Frontalunterricht gleich zu setzen ist.

Vielleicht wird „lernen lernen“ eines Tages auch zu einem Bibliotheksservice und lockt neue Besucher in Bibliotheken.

Twitter, Facebook und Informationskompetenz

Posted for a workshop participant:

Social Media ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wie ihr wahrscheinlich alle wisst, ist Facebook mittlerweile so gewachsen, dass es das drittgrößte Land wäre – hätte es Einwohner. Man vergibt Likes, Shared und kommentiert Bilder, Kommentare und Ereignisse. Mit 288 Millionen Nutzern wäre Twitter auf Platz 4 der größten Länder. Ich möchte näher auf diese beiden Social Networks eingehen, weil sie an der Spitze stehen und so viel genutzt werden, wie kaum etwas anderes.

Ich selbst benutze sowohl Twitter, als auch Facebook. Bei beiden bin ich eher Informationskonsument und nur selten selbst ein Produzent. Was mich vor allem auf Twitter hält sind die kurzen, knappen Meldungen. Zu beobachten ist auch, dass auf Twitter hauptsächlich Journalisten, Medien und Stars zwitschern, was sie so bewegt. Was natürlich ein großer Vorteil ist, denn so bekommt man die Nachrichten (vgl. derStandard) in 160 Zeichen präsentiert. Um zu bewerten, ob diese News aber auch der Wahrheit entsprechen oder zumindest seriös sind, muss man schon ganz genau schauen, wer sich hinter dem Account verbirgt. Wenn man beispielsweise den Auftritt von der „Tagespresse“ oder dem „Postillon“ mit dem des Standards vergleicht, so kann man keine nennenswerten Unterschiede finden. Alle drei scheinen auf den ersten Blick seriös und „echt“ zu sein. Doch vergleicht man die Tweets (bzw. auf Facebook die Beiträge) miteinander, dann merkt man sehr schnell, dass die „Tagespresse“ und der „Postillon“ nur Satire-Zeitschriften sind. Beim Standard hingegen wird des Öfteren auch oft auf anerkannte Forschungsinstitute verwiesen und die richtige Quellenangabe steht ebenfalls dabei. Weitere Hinweise bieten die Impressen der jeweiligen Tageszeitungen. Wenn wir jetzt weggehen von den Zeitungen und uns wissenschaftlichen Texten zuwenden, so merken wir schnell, dass auch die URL eine Rolle spielt. Ein geprüfter, seriöser wissenschaftlicher Text, der auf der Seite der Universität Wien (univie.ac.at) erschienen ist, wird man ohne Bedenken weiterverarbeiten und als begründbare Quelle anführen können. Jedoch ist nicht jeder Facebook-Post eine wissenschaftliche Arbeit.
Jeder kann alles auf die Social Networks laden und so auch viele Gerüchte und Unwahrheiten verbreiten.

Um sich richtig und sicher im Sinne der Informationskompetenz in den Social Media-Kreisen zu bewegen erfordert es also eine gewisse Kompetenz um zu unterscheiden zwischen „Seriös“ und „Blödsinn“. Natürlich gibt es dazwischen noch einige Abstufung und ich habe das hier auch nur überspitzt dargestellt. Leider gibt es immer mehr Menschen, die alles für bare Münze nehmen, was auf den sozialen Plattformen so geschrieben wird. Meiner Meinung nach sollte man da vermehrt in den Schulen und jeglichen Bildungseinrichtungen Kurse anbieten, wo einem der Umgang mit Informationen in Social Networks beigebracht wird. Denn Informationskompetenz ist erlernbar 🙂

Sophie Pimpers

 

Informationskompetenz und das Rahmen-Modell Ancil

Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Begriff Informationskompetenz und dem Rahmen-Modell Ancil.

Die Masse an Informationen hat im Laufe der Zeit zugenommen, aber auch die verschiedenen Medien selbst die zu Informationsträgern wurden, haben sich vervielfacht.                                                          Der Weg der Informationsbeschaffung hat mit Zeitungen, Lexikas, Nachschlagewerke, einschlägigen Bücher und gelehrten Personen begonnen, dieser hat sich auf Internet-Suchmaschinen, Datenbanken, Fachportale, einschlägige Fachzeitschriften, Blogs uvm. ausgeweitet.

Das Spektrum an Trägermedien ist teilweise unübersichtlich und um nicht die Übersicht im „Informationsdschungel“ zu verlieren, benötigt man eine Reihe von Fähigkeiten und Wissen; wie man sich welche Informationen, aus welchen Quellen beschaffen und nachprüfen kann ob sie glaubwürdig und für den jeweiligen Zweck relevant sind. Dieser Begriff wird auch Informationskompetenz genannt. Es ist kein statischer Begriff oder abgeschlossener Vorgang, da sich die Medien als auch die Wege der Informationsbeschaffung immer wieder verändern.

Informationskompetenz ist eigenverantwortlich, da sich jede einzelne Person mit den Wegen der Informationsbeschaffung, den Informationsquellen und den Informationswerkzeugen beschäftigen sollte. Um mit der Menge an Informationen die uns im Laufe eines Tages, eines Monats, eines Jahres, eines Lebens begegnet umgehen zu können und um das für sich passende heraus zu filtern.              Um mehr über die Informationswelt und Informationskompetenz zu lernen, wurden verschiedene Theorien und Modelle entwickelt.  Einige davon haben wir im Rahmen des ULG kennen gelernt.

Um ein paar zu nennen: ACRL Framework, Metaliteracy und Ancil.

Mir ist das Ancil-Model am besten im Gedächtnis geblieben.  Ancil ist die abgekürzte Form von:        Ein neuer Lehrplan für Informationskompetenz.  (Originaltitel: A new Curriculum for Information Literacy.)  Ancil besteht aus 10 Strängen, wobei jeder einzelner dieser Stränge einen wichtigen Punkt darstellt. Um letztendlich Studierenden zu helfen ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen                zu entwickleln bzw. sich anzueignen, um auf ihrem forschenden Gebiet Profi zu werden und das ihnen angelernte auch in den Alltag integrieren zu können.

Die Stränge kurz zusammengefasst:

  • 1. Übergang und Einstieg
  • 2. Begleitend laufende Unterstützung geben
  • 3. Erforschen und erproben, Ziel akademische Kompetenz entwickeln
  • 4. Kennenlernen der Informationslandschaft
  • 5. Fokussieren auf das eigene Fachgebiet
  • 6. Praxis: Auffinden und organisieren von Informationen
  • 7., 8., 9. Eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten mit den Informationen
  • 10. Integrierung in den Alltag

Wir sind heute mehr denn je Erforscher und Entdecker, nur hat es sich teilweise auf ein anderes Gebiet verlagert. Zwei Dinge sind immer hilfreich um sich in der Informationswelt zurecht zu finden; Neugierde und der Wille etwas zu lernen – und am besten wenn diese beiden Faktoren ein Leben lang bestehen.

Nachdem ich verdeutlicht habe wie wichtig Informationskompetenz meiner Meinung nach ist,   möchte ich diesen Blog-Eintrag mit folgender Bemerkung abschließen:

Mit einwenig mehr Informationskompetenz wäre Kolumbus wahrscheinlich auch an einem anderen Ort angekommen.

Metaliteracy – Informationskompetenz im Wandel

Aufgrund des dynamischen Charakters der heutigen Informationswelt und sich ändernder Mediennutzungsgewohnheiten stellen sich für die Vermittlung von Informationskompetenz immer wieder neue Herausforderungen. Entwicklungen in Bezug auf das sogenannte „Web 2.0“ machen es notwendig traditionelle Konzepte von Informationskompetenz zu hinterfragen beziehungsweise zu erweitern. Im Idealfall ist der informationskompetente Mensch heute nicht nur Konsument, sondern nimmt auch als Produzent an der (online) Informationswelt teil. Durch das Modell der Metaliteracy werden die typischen Fähigkeiten der Informationskompetenz erweitert, um den Sozialen Medien gerecht zu werden. (Mackey, Tom/ Jacobson, Trudi: Metaliteracy. URL: http://metaliteracy.cdlprojects.com/what.htm)

Folgendes Zitat hat mir besonders gut gefallen und bietet wie ich meine eine gute Zusammenfassung worum es bei diesem Modell geht: Metaliteracy is an emerging concept of information literacy that characterizes learners as active participants in their information environment, capable of creating content as well as consuming it. Metaliteracy encourages critical thinking around information use and production, and encompasses multiple literacies as well as experimentation with emerging technologies to solve information needs. The role of the information literacy instructor within the framework of metaliteracy is to empower students to be self-aware of their own information needs and their ability to also be information producers.“ (Dudek, Stephanie: Learning Environement. URL: http://metaliteracy.org/ml-in-practice/learning-environment/)

Wie bereits erwähnt, geht Metaliteracy zwar von den klassischen Fähigkeiten der Informationskompetenz aus (Definition der Aufgabe, Suchstrategien, Lokalisierung und Zugriff, Informationsgebrauch, Synthese, Evaluation), fokussiert jedoch zusätzlich auf die Produktion und das Teilen von Informationen. Dabei ist, wie der Name schon sagt, die Ebene der Metakognition besonders wichtig. Näheres dazu, kann man in diesem Beitrag lesen: https://informationskompetenzulgwien.wordpress.com/2015/05/24/metakognition-eine-neue-eissorte/

Metaliteracy stellt den Lernenden in den Mittelpunkt. Die Lernziele werden in folgende vier Bereiche aufgeteilt:

  • metakognitiv (Reflexion)

  • kognitiv (Wissen)

  • behavioristisch (Kompetenzen)

  • affektiv (Emotionen)

Genaueres dazu unter: http://metaliteracy.org/learning-objectives/

Abschließend möchte ich hier noch einmal kurz die essentiellen Charakteristika des Modells der Metaliteracy hervorheben:

  • Informationskompetenz als Basis bzw. als „Metaliteracy“

  • die Ebene der Metakognition – reflektieren des eigenen Denkens

  • der Fokus auf Soziale Medien „Open Educational Ressources“, online Gemeinschaften usw.

  • der „metaliterate Learner“ kann nicht nur Informationen effizient suchen und nutzen, sondern produziert und teilt auch eigene Inhalte (Text, Bild, Audio, Multimedia) – er ist ein aktiver Teilnehmer der Informationswelt (als Lernender, Forscher, Übersetzer, Autor, Lehrer, usw.)

Da das Modell sehr allgemein gehalten ist, lässt es sich auf viele Bereiche anwenden. Es geht mehr in Richtung Lebenslanges Lernen als andere Modelle wie z.B. „ANCIL: A New Curriculum for Information Literacy“ oder „Framework for Information Literacy for Higher Education“, die sich auf das akademische Umfeld beziehen. Ein Beispiel, das meiner Meinung nach die Umsetzung von Metalitercy in der Praxis gut zeigt, findet sich auf: http://metaliteracy.org/ml-in-practice/learning-environment/

Informationskompetenz ist…….

Ein mir gesendeter Beitrag einer Kursteilnehmerin:

Informationskompetenz ist…….

Informationskompetenz – dieses wohlklingende Wort – wird im Bereich des Bildungswortschatzes immer öfters verwendet. Die meisten verwenden es, ohne genau zu wissen, was es bedeutet. Würde ich dieses Wort einem Kind zu erklären versuchen, dann würde ich es mit „das Wissen über eine Information, eine Auskunft, eine Angabe etc.“ beschreiben. Im Modul „Förderung von Informationskompetenz“ beim Vortragenden Dr. Wilfried Sühl-Strohmenger haben wir ebenfalls von Informationskompetenz gesprochen. Aus seinen Unterlagen entnehme ich auch folgende Definition, die es wissenschaftlich auf den Punkt bringt: Unter Informationskompetenz versteht man „ein Bündel von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten […], das für das Bewältigen der Anforderungen in der Informations- und Wissensgesellschaft“[1] wesentlich ist und deshalb Bestandteil des lebenslangen Lernens ist. Dieses Wissen, welches man für die Bewältigung benötigt, ist jedoch vom Alter abhängig. Je nach Altersstufe müssen z. B. Schüler unterschiedliche Aufgaben bewältigen und eine entsprechende Informationskompetenz vorweisen können.

In der Schule ist durch die Lehrpläne genau festgelegt, welche Bildungsziele, welche Kompetenzen[2], zu welchem Zeitpunkt erreicht werden müssen. Ich finde dies sehr gut, da dadurch Leistung auch überprüft werden kann und durch die vorgegeben Bildungsziele weiß der Lehrer, auf welches Wissen er aufbauen kann. Diese Tatsache fehlt bis dato an österreichischen Bibliotheken. Von den Studenten wird Informationskompetenz im hohen Maße gefordert, welche mit dem Begriff der „Teaching Library“ zusammenhängt. Je nach Studienrichtung bietet die jeweilige Universitäts- oder Fachbereichsbibliothek unterschiedliche Kurse, Workshops und Lehrveranstaltungen an, um eine ausreichende Informationskompetenz zu erlangen, damit das Suchen und Finden relevanter Literatur und das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten keine Hürde darstellt. Mein Kritikpunkt ist hier, dass zwar viele Kurse und Lehrveranstaltungen in der Hinsicht angeboten werden, aber die meisten sind noch nicht als verpflichtend vorgesehen und basieren auf Freiwilligkeit oder Resignation – wenn im wissenschaftlichen Prozess wenig weiter geht – der Studenten. Ein Vorschlag wie man Informationskompetenz im bibliothekarischen Kontext umsetzen kann, zeigt das ANCIL-Modell[3], mit welchem sich auch meine Gruppe näher beschäftigt hat. Für uns war dieses sehr anschaulich und praxisorientiert. Es besteht aus zehn Zielen, die im Englischen mit „strand“ wiedergegeben werden. Diese lauten:

  1. Transition from school to higher education,
  2. Becoming an independent learner,
  3. Developing academic literacies,
  4. Mapping the information landscape,
  5. Resource discovery in your discipline,
  6. Managing information,
  7. Ethical dimension of information,
  8. Presenting and communicating knowledge,
  9. Synthesis and creating new knowledge und
  10. Social dimension of information.

Diese zehn Kompetenzen werden detailliert beschrieben und mit Beispielen untermauert. Sie sind nicht aufbauend, sondern können in einer beliebigen Reihenfolge vermittelt bzw. angewendet werden. Eine Möglichkeit wäre, dass man Kurse und Veranstaltungen in Bibliotheken die für Schulungszwecke gedacht sind, nach dem ANCIL-Modell aufbaut. Man könnte das dahingehend aufbauen, dass die Studenten Informationskompetenz als eine Art Zertifikat erwerben können, die sie dann vor künftigen Arbeitgebern vorweisen können. Bibliothekare würden dann vermehrt Bibliothekspädagogen sein und würden z. B. auch Prüfungen abnehmen. Hier wird die Bibliothek dem Begriff der „Teaching Library“ gerecht. Ich denke, dass Bibliothekare in Zukunft vermehrt Informationskompetenz vermitteln werden, wobei die Umsetzung und Adaptierung des ANCIL-Modells eine Möglichkeit wäre.

Katarina Zvonarich (Teilnehmerin UBW)

[1] Sühl-Strohmenger, Wilfried: Handout: Förderung von Informationskompetenz Teaching Library/Didaktik (Praxis) 2015, S. 4.

[2]https://www.bmbf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_ahs_unterstufe.html (29.05.2014)

[3]https://newcurriculum.wordpress.com/ (1.6.2015)