Informationskompetenz bedeutet Bereitschaft zum lebenslangen Lernen

Das Thema „lebenslanges Lernen“ rückt immer mehr in den Fokus unserer Gesellschaft. Im Zentrum unseres Tun und Arbeitens steht die Vermittlung von Informationskompetenz. Die Frage nach dem Umgang mit all der Informationsflut und der Riesenmenge an Daten, mit der der Mensch täglich konfrontiert ist, versucht der Begriff „lebenslanges Lernen“ zu beantworten.

Schon von Geburt an geht es darum, Dinge zu lernen, Zusammenhänge zu verstehen und sich zu entwickeln. Es geht tatsächlich darum, sein „ganzes Leben lang (etwas) zu lernen“. Natürlich steht der Mensch in seinen unterschiedlichen Lebensphasen jeweils vor anderen Herausforderungen, die er bewältigen muss – ein Volksschulkind lernt etwas anderes als ein/e Absolvent/In einer Schule. Im Alltag sollte sich jede wissenschaftliche Bibliothek damit auseinandersetzen, wie sie mit Studienanfänger/Innen umgeht, um ihnen die Angebote und Möglichkeiten der Bibliothek näher zu bringen. Manche Bibliotheken bieten dahingehend beispielsweise Einführungen in die Bibliotheksbenützung oder Rechercheschulungen in Datenbanken im Wintersemester an, um die Studierenden in die „Bibliothekswelt“ einzuführen. Ein meiner Meinung nach sehr wichtiger Aspekt, da man sich auskennen möchte wie man zu gesuchten Informationen kommen kann bzw. an wen man sich wenden kann wenn man ein bestimmtes Buch oder einen wissenschaftlichen Artikel sucht.

Das Rahmenmodell ANCIL geht auf diese Aspekte durch sein Stufenmodell ein und möchte die Studierenden „dort abholen wo sie stehen“ bei ihrem Studienbeginn. Dieses Rahmenmodell geht meiner Ansicht nach auf die Bedürfnisse der Studierenden ein, da es sich an ihnen orientiert, das Stufenmodell nicht zwingend aufbauend gedacht ist und der Lehrplan in den der Universität integriert ist. Der Gedanke, dass die Formulierung von Lernzielen als wesentlicher Aspekt von ANCIL gesehen wird, spricht mich ebenso an wie der Aspekt, dass didaktisches Handeln nur in Verbindung mit Lernzielen sinnvoll ist. Auch das Bestreben, die Lernsituation und Lernumgebung für die Studierenden so angenehm und konkret wie möglich zu gestalten, entspricht meinem Verständnis einer guten Bibliothek.

Ich denke auch, dass es für alle Nutzer/Innen relevant ist, dass sie in einer wissenschaftlichen Bibliothek auf geschultes Personal treffen, die ihnen kompetent weiterhelfen können in der Benützung des Bestandes, der Recherche in Onlinedatenbanken oder der Suche im OPAC Katalog der Bibliothek. Es sollten meiner Meinung nach alle Bibliothekar/Innen einer Bibliothek über die entsprechenden Kompetenzen verfügen, damit alle Mitarbeiter/Innen als Team Auskunft an die Bibliotheksbenützer/Innen weitergeben können.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter/Innen oder Professor/Innen als Nutzergruppe einer wissenschaftlichen Bibliothek stellen auch noch einmal eine Bereicherung für die Bibliothek dar. Eine konkrete Zusammenarbeit zwischen der Bibliothek und dieser Nutzer/Innengruppe ist sehr wichtig, da Professor/Innen in ihren Vorlesungen auf weiterführende Literatur hinweisen können, die sich im Bestand der wissenschaftlichen Bibliothek befindet und die dann von den Studierenden dann genützt werden kann.

Abschließend habe ich das Kennenlernen sowie die Auseinandersetzung mit allen drei Rahmenmodellen sehr interessant gefunden und denke, dass man im Bibliotheksalltag einige Aspekte immer wieder umsetzen kann.

V.Schüttenberger – Teilnehmerin ULG UB Wien 2014/2015