Was bedeutet Informationskompetenz?

„Unter Informationskompetenz (engl. Information literacy) versteht man die Fähigkeit mit Informationen umzugehen. Gemeint ist, mit beliebigen Informationen selbstbestimmt, souverän, verantwortlich und zielgerichtet umzugehen. Für den Einzelnen gelten daher als grundlegende Prinzipien der ethische und verantwortungsbewusste sowie der ökonomische, effiziente und effektive Umgang mit Information(en).“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Informationskompetenz)
So liest sich die Definition auf Wikipedia.org. Doch was bedeutet das in der Praxis? Der Begriff der Informationskompetenz ist heute aktueller denn je. Die Masse und Komplexität von Informationen ist in unserem Zeitalter geradezu überwältigend. Auf der einen Seite mag es wirken, als wäre es seit Google, Wikipedia & Co so einfach wie noch nie an Informationen zu gelangen. Auf der anderen Seite jedoch stellt die Möglichkeit derart uneingeschränkt Zugriff auf eine solch gewaltige Menge an Informationen zu haben uns heute vor neue Schwierigkeiten. Wo beginnt man seine Suche? Welche Datenbanken und Plattformen zieht man zur Suche heran? Wie geht man mit der Fülle von Treffern um? Und vielleicht mit am wichtigsten: Wie kann man Rechercheergebnisse bezüglich ihrer Wissenschaftlichkeit und Vertrauenswürdigkeit bewerten? Das meint also Informationskompetenz. Es ist naheliegend, dass der Begriff ein sehr junger ist. Noch vor wenigen Jahrzehnten war ein Griff zum Lexikon das, was heute eine schnelle Google-Recherche ist, oder ein Bibliotheksbesuch das, was mittlerweile ein Kampf durch den Datenbankdschungel bedeutet.
Von HochschulabsolventInnen wird heutzutage als Ergebnis ihrer Ausbildung nicht mehr ausschließlich fachspezifisches Wissen erwartet, sondern zusätzlich großen Wert auf intelligenten Umgang mit Informationen und (neuen) Medien gelegt. Eigentlich logisch: Informationskompetenz läuft dem „auswendig lernen“ von Wissen nach und nach den Rang ab, denn während mittlerweile nahezu jeder (zumindest jeder, der das Privileg besitzt via Smartphone & Co Internetzugang zu haben) binnen Sekunden im Internet Antworten auf klar formulierte (Wissens-) Fragen finden kann, scheint kompetenter Umgang mit Informationen, angefangen von der spätestens seit PISA vieldiskutierten Lesekompetenz, bis hin zum Reflektieren der eigenen Recherche und ihrer Ergebnisse ein (noch) nicht allzu verbreitetes Können zu sein. Anstatt auf alle Fragen prompt Antworten zu wissen, wird es also immer wichtiger zu wissen, woher und wie man sich diese Antworten besorgen kann.
Informationskompetenz hat sich zu einer unumstrittenen Schlüsselqualifikation sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag entwickelt und ihre Bedeutung wird weiterhin steigen. Es gilt nun die neuen Kompetenzen im Umgang mit Medien und Informationen in unser Bildungssystem zu integrieren und gezielt zu lehren und zu fördern. Stets muss die Möglichkeit vorhanden sein sich weiterzubilden, denn auch die Informationskompetenz wird nicht ewig das bedeuten was sie jetzt darstellt. Sie ist an die Kurzlebigkeit der heutigen Technologien gebunden – mit der Weiterentwicklung von Suchmaschinen etc. wird sich auch laufend der Umgang mit den Informationen verändern. Deshalb sollten wir auch darauf eingestellt sein lebenslang zu lernen, um den Entwicklungen nicht hinterherzuhinken.

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