Metaliteracy – Informationskompetenz im Wandel

Aufgrund des dynamischen Charakters der heutigen Informationswelt und sich ändernder Mediennutzungsgewohnheiten stellen sich für die Vermittlung von Informationskompetenz immer wieder neue Herausforderungen. Entwicklungen in Bezug auf das sogenannte „Web 2.0“ machen es notwendig traditionelle Konzepte von Informationskompetenz zu hinterfragen beziehungsweise zu erweitern. Im Idealfall ist der informationskompetente Mensch heute nicht nur Konsument, sondern nimmt auch als Produzent an der (online) Informationswelt teil. Durch das Modell der Metaliteracy werden die typischen Fähigkeiten der Informationskompetenz erweitert, um den Sozialen Medien gerecht zu werden. (Mackey, Tom/ Jacobson, Trudi: Metaliteracy. URL: http://metaliteracy.cdlprojects.com/what.htm)

Folgendes Zitat hat mir besonders gut gefallen und bietet wie ich meine eine gute Zusammenfassung worum es bei diesem Modell geht: Metaliteracy is an emerging concept of information literacy that characterizes learners as active participants in their information environment, capable of creating content as well as consuming it. Metaliteracy encourages critical thinking around information use and production, and encompasses multiple literacies as well as experimentation with emerging technologies to solve information needs. The role of the information literacy instructor within the framework of metaliteracy is to empower students to be self-aware of their own information needs and their ability to also be information producers.“ (Dudek, Stephanie: Learning Environement. URL: http://metaliteracy.org/ml-in-practice/learning-environment/)

Wie bereits erwähnt, geht Metaliteracy zwar von den klassischen Fähigkeiten der Informationskompetenz aus (Definition der Aufgabe, Suchstrategien, Lokalisierung und Zugriff, Informationsgebrauch, Synthese, Evaluation), fokussiert jedoch zusätzlich auf die Produktion und das Teilen von Informationen. Dabei ist, wie der Name schon sagt, die Ebene der Metakognition besonders wichtig. Näheres dazu, kann man in diesem Beitrag lesen: https://informationskompetenzulgwien.wordpress.com/2015/05/24/metakognition-eine-neue-eissorte/

Metaliteracy stellt den Lernenden in den Mittelpunkt. Die Lernziele werden in folgende vier Bereiche aufgeteilt:

  • metakognitiv (Reflexion)

  • kognitiv (Wissen)

  • behavioristisch (Kompetenzen)

  • affektiv (Emotionen)

Genaueres dazu unter: http://metaliteracy.org/learning-objectives/

Abschließend möchte ich hier noch einmal kurz die essentiellen Charakteristika des Modells der Metaliteracy hervorheben:

  • Informationskompetenz als Basis bzw. als „Metaliteracy“

  • die Ebene der Metakognition – reflektieren des eigenen Denkens

  • der Fokus auf Soziale Medien „Open Educational Ressources“, online Gemeinschaften usw.

  • der „metaliterate Learner“ kann nicht nur Informationen effizient suchen und nutzen, sondern produziert und teilt auch eigene Inhalte (Text, Bild, Audio, Multimedia) – er ist ein aktiver Teilnehmer der Informationswelt (als Lernender, Forscher, Übersetzer, Autor, Lehrer, usw.)

Da das Modell sehr allgemein gehalten ist, lässt es sich auf viele Bereiche anwenden. Es geht mehr in Richtung Lebenslanges Lernen als andere Modelle wie z.B. „ANCIL: A New Curriculum for Information Literacy“ oder „Framework for Information Literacy for Higher Education“, die sich auf das akademische Umfeld beziehen. Ein Beispiel, das meiner Meinung nach die Umsetzung von Metalitercy in der Praxis gut zeigt, findet sich auf: http://metaliteracy.org/ml-in-practice/learning-environment/