Informationskompetenz und Social Media

Soziale Netzwerke produzieren schnell, viele Daten. Die meisten dieser Daten sind redundant oder irrelevant und dies zu filtern ist eine Herausforderung für sich. Nimmt man sich dessen an, steht man vor einem weiteren Dilemma: Wenn man einmal inhaltlich Passendes gefunden hat, gilt es noch zu Verifizieren welche dargebotenen Inhalte stimmen und welche schlichtweg erfunden, politisch gefärbt oder zur Täuschung erdacht wurden. Informationskompetenz ist hier ein Weg sich zurechtzufinden. Die Bewertung von Informationen spielt an allen drei vorgestellten Modellen eine zentrale Rolle (ANCIL Strand 3 & 4, ML Goal 1, ACRL IL Framework „Authority is constructed“) und auch das Zurechtfinden in der „Informationsflut“ steht überall vorne mit dabei. Wie nun der arabische Frühling, Occupy und jetzt die IS-Netzpolitik gezeigt hat, können soziale Netzwerke gewaltige politische Reaktionsbeschleuniger werden – im Positiven, wie im Negativen. Eine breite informationskompetente Netzwerknutzung würde die Balance hier zum Positiven verschieben (Achtung, „positiv“ hier von meiner Warte aus – Authority is constructed! – aber bei den obigen Beispielen brauchen wir wsl. nicht groß diskutieren). Leider ist dies auch schon der Punkt, wo ich denke, dass wir (Bibliothekare) an unsere Grenzen stoßen: All diese Modelle wurden im Grunde in der akademischen Welt erdacht und wenn wir jetzt überlegen, welche Punkte wir uns für eine „österreichische Lösung“ und herauspicken, bleibt dies wieder an der Universität oder den öffentlichen Büchereien – also fernab von jeder Breitenwirkung. Naheliegend ist es jetzt diese Vermittlungsaufgabe an die Schulen abzuwälzen und etwas vergleichbares ist dort auch passiert: Mit den vorwissenschaftlichen Arbeiten müssen Lehrer entweder selbst Informationskompetenz vermitteln, oder den Kontakt zu den Bibliotheken suchen. Allerdings ist dies nur für Schüler relevant, die die Schule auf Maturaniveau abschließen. Alle „unteren“ Abschlüsse bleiben auf der Strecke und damit vielleicht die wichtigsten Zielgruppen. Bevor man nun überlegt wie man Informationskompetenz in den Unterstufenlehrplan integriert bleibt noch zu klären: läge der kompetente Umgang speziell mit sozialen Netzwerken nicht vielleicht doch im elterlichen Vermittlungsbereich – und wie steht es mit deren „Authority“? Vermutlich liegt die Lösung im Mittelweg. – Dominik Stachl, Teilnehmer ULG UB Wien 2015