Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation der heutigen Generation Z

Gesellschaftsphänomene werden heutzutage immer schneller über Social Media-Plattformen erfassbar und damit auch live erlebbar. Jene Generation, der man dabei zusehen kann, wie sie sich jede mögliche frei verfügbare Sekunde im Web 2.0 zu Begebenheiten aller Art – sei es eine politische Stellungnahme, ein popkultureller Hype oder eine simple private Alltagsbefindlichkeit – äußert, Meinungen teilt oder negiert, Kommentare repliziert, Gerüchte und Mutmaßungen spreaded und all das mit Video- oder Audiomitschnitten unterlegt, wird von der populärwissenschaftlichem Mediensoziologie häufig unter dem Begriff „Generation Z“ zusammengefasst: Digital Natives sind die Kinder und Jugendlichen unserer heutigen Zeit, sie sind nach 1995 geboren und wachsen nicht nur mit moderner Technik, dem allgegenwärtigen 24/7-Internet und computerbasierenden Technologien in jedem erdenkbaren Lebensbereich auf, sondern werden bereits ab ihrer Geburt passiv wie aktiv damit konfrontiert. Zu den erwähnten computerbasierten Technologien zählen mitunter auch EDV-gestützte Lernmethoden – und damit verbunden auch moderne Wege der Informationsvermittlung und der Aufbau eines Bewusstseins für Informationsethik mit dem Ziel umfassender Informationskompetenz –, die heutzutage Einzug in jede (Hoch-)Schule genommen haben.

Was die Generation Z zu ihren Vorgänger-Generationen nämlich auszeichnet, ist ihr Umgang mit Kommunikation und Information, denn sie ist sich bereits von Anfang an darüber im Klaren, dass jede Person zugleich Informationsproduzent_in und Informationskonsument_in ist und diese Rollen zum Beispiel auf öffentlichen Social Media-Plattformen auch für Außenstehende sichtbar werden. Und gerade diese Kompetenz des relativ simplen Produzierens und Konsumierens von Informationen auf allen Ebenen der digitalen Welt und der (hoffentlich) bewussten Handhabung von Web 2.0-Instrumenten machen Informationsaustausch, Informationsvermittlung und schließlich auch Informationskompetenz zu einer wertvollen Schlüsselqualifikation der Generation Z.

Nun, die dynamische Medienwelt von heute, einschließlich der Mediennutzungsgewohnheiten dieser Generation Z, macht neue Wege der Vermittlung von Informationskompetenz nicht nur auf (Hoch-)Schulebene notwendig – und damit Entwicklungen, die traditionelle Konzepte erweitern und bewusst an den Online-Markt anzupassen versuchen. Ein logisches Modell hierfür ist das „Metaliteracy-Modell“, in dem Social Media, mobile Geräte, Online-Communitites und OERs (Open Educational Resources, also frei verfügbare Bildungsressourcen, Materialien für Lehre und Lernen) bereits integriert und als bedeutende Orte und Mechanismen der Informationsverbreitung gesehen werden.

Metaliteracy stellt ganz klar den „Lernenden“ in den Mittelpunkt des Modells, wobei hier besonders darauf Wert gelegt wird, den Lernenden nicht nur als Informationskonsumenten in einer mehr oder weniger passiven Rolle zu sehen, sondern vor allem auch als stark aktiven Teilnehmer im gesamten Informationsgeschehen um ihn herum, also als Informationsproduzenten, -veröffentlichenden und -weitervermittler gleichermaßen, der als Autor, Übersetzer oder Forscher wirken kann.

Metaliteracy will kritisches Bewusstsein in Bezug auf Senden und Empfangen von Informationen erreichen und die Reflexion über den generellen Gebrauch von Informationsaustausch anregen, wobei sich jede_r Nutzer_in sowohl über den eigenen Informationsbedarf als auch über die Konsequenzen der Tätigkeit als Informationsproduzent_in im Klaren sein soll – vor allem, was die sogenannten „Neuen Medien“ betrifft, die viele bisher undenkbare Wege im Informationsfluss öffnen. Darüber hinaus wurden vier Lernziele definiert: Einerseits werden diese auf einer behavioristischen (Fähigkeiten, Kompetenzen) und kognitiven (Verständnis, Anwendbarkeit, Wertung) Ebene verhandelt, andererseits auf einer emotionalen (Gefühle) und metakognitiven (Reflexion).

Auf letzterer, der metakognitiven Ebene, liegt hier ein besonderer Fokus, denn Informationen effizient zu suchen und zu nutzen wurde bereits von traditionellen Informationskompetenz-Modellen erreicht. Wodurch sich Metaliteracy abhebt, ist eben jene Meta-Ebene, die die Verbindung von eigener Informationsproduktion und -verteilung und der Reflexion darüber schafft. Gerade die Erzeugung dieses Bewusstseins und der Wahrnehmung der eigenen Person als aktive Teilnehmerin in der von digitalen Medien geprägten Informationswelt sollte daher unbedingt Bestandteil der heutigen Lehr- und Lernplänen sein, denn diese Kompetenzen können der aufstrebenden Generation Z zu einem immensen Vorteil in punkto Kommunikation und Wissensvermittlung verhelfen und somit auch das Informationserleben von deren Umwelt beeinflussen und im besten Falle stärken.

Eva Zimmermann, Teilnehmerin ULG ÖNB 2014/2015

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