Informationskompetenz ist…….

Ein mir gesendeter Beitrag einer Kursteilnehmerin:

Informationskompetenz ist…….

Informationskompetenz – dieses wohlklingende Wort – wird im Bereich des Bildungswortschatzes immer öfters verwendet. Die meisten verwenden es, ohne genau zu wissen, was es bedeutet. Würde ich dieses Wort einem Kind zu erklären versuchen, dann würde ich es mit „das Wissen über eine Information, eine Auskunft, eine Angabe etc.“ beschreiben. Im Modul „Förderung von Informationskompetenz“ beim Vortragenden Dr. Wilfried Sühl-Strohmenger haben wir ebenfalls von Informationskompetenz gesprochen. Aus seinen Unterlagen entnehme ich auch folgende Definition, die es wissenschaftlich auf den Punkt bringt: Unter Informationskompetenz versteht man „ein Bündel von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten […], das für das Bewältigen der Anforderungen in der Informations- und Wissensgesellschaft“[1] wesentlich ist und deshalb Bestandteil des lebenslangen Lernens ist. Dieses Wissen, welches man für die Bewältigung benötigt, ist jedoch vom Alter abhängig. Je nach Altersstufe müssen z. B. Schüler unterschiedliche Aufgaben bewältigen und eine entsprechende Informationskompetenz vorweisen können.

In der Schule ist durch die Lehrpläne genau festgelegt, welche Bildungsziele, welche Kompetenzen[2], zu welchem Zeitpunkt erreicht werden müssen. Ich finde dies sehr gut, da dadurch Leistung auch überprüft werden kann und durch die vorgegeben Bildungsziele weiß der Lehrer, auf welches Wissen er aufbauen kann. Diese Tatsache fehlt bis dato an österreichischen Bibliotheken. Von den Studenten wird Informationskompetenz im hohen Maße gefordert, welche mit dem Begriff der „Teaching Library“ zusammenhängt. Je nach Studienrichtung bietet die jeweilige Universitäts- oder Fachbereichsbibliothek unterschiedliche Kurse, Workshops und Lehrveranstaltungen an, um eine ausreichende Informationskompetenz zu erlangen, damit das Suchen und Finden relevanter Literatur und das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten keine Hürde darstellt. Mein Kritikpunkt ist hier, dass zwar viele Kurse und Lehrveranstaltungen in der Hinsicht angeboten werden, aber die meisten sind noch nicht als verpflichtend vorgesehen und basieren auf Freiwilligkeit oder Resignation – wenn im wissenschaftlichen Prozess wenig weiter geht – der Studenten. Ein Vorschlag wie man Informationskompetenz im bibliothekarischen Kontext umsetzen kann, zeigt das ANCIL-Modell[3], mit welchem sich auch meine Gruppe näher beschäftigt hat. Für uns war dieses sehr anschaulich und praxisorientiert. Es besteht aus zehn Zielen, die im Englischen mit „strand“ wiedergegeben werden. Diese lauten:

  1. Transition from school to higher education,
  2. Becoming an independent learner,
  3. Developing academic literacies,
  4. Mapping the information landscape,
  5. Resource discovery in your discipline,
  6. Managing information,
  7. Ethical dimension of information,
  8. Presenting and communicating knowledge,
  9. Synthesis and creating new knowledge und
  10. Social dimension of information.

Diese zehn Kompetenzen werden detailliert beschrieben und mit Beispielen untermauert. Sie sind nicht aufbauend, sondern können in einer beliebigen Reihenfolge vermittelt bzw. angewendet werden. Eine Möglichkeit wäre, dass man Kurse und Veranstaltungen in Bibliotheken die für Schulungszwecke gedacht sind, nach dem ANCIL-Modell aufbaut. Man könnte das dahingehend aufbauen, dass die Studenten Informationskompetenz als eine Art Zertifikat erwerben können, die sie dann vor künftigen Arbeitgebern vorweisen können. Bibliothekare würden dann vermehrt Bibliothekspädagogen sein und würden z. B. auch Prüfungen abnehmen. Hier wird die Bibliothek dem Begriff der „Teaching Library“ gerecht. Ich denke, dass Bibliothekare in Zukunft vermehrt Informationskompetenz vermitteln werden, wobei die Umsetzung und Adaptierung des ANCIL-Modells eine Möglichkeit wäre.

Katarina Zvonarich (Teilnehmerin UBW)

[1] Sühl-Strohmenger, Wilfried: Handout: Förderung von Informationskompetenz Teaching Library/Didaktik (Praxis) 2015, S. 4.

[2]https://www.bmbf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_ahs_unterstufe.html (29.05.2014)

[3]https://newcurriculum.wordpress.com/ (1.6.2015)

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