Informationskompetenz als Bildungsziel für Studienanfänger an Hochschulen

Informationskompetenz ist heutzutage wichtiger denn je. Durch das Internet gibt es ein weit breiteres Spektrum an Quellen und Plattformen, die einem die Informationssuche erleichtern. Weiters steigt durch die rasanten Entwicklungen in diesem Feld nicht nur die Anzahl an Medien, sondern auch die der Datenbanken, Kataloge, Indizes etc. Diese Fülle an Informationsmöglichkeiten ist für viele StudienanfängerInnen nicht immer einfach zu durchschauen.

Viele StudienanfängerInnen kommen nach der Schule direkt an die Universität und haben eine geringe Informationskompetenz. Viele wissen nicht wo sie nach Medien/Quellen suchen sollen und welche Quellen für wissenschaftliche Arbeiten geeignet sind. Außerdem wissen einige nicht, dass diese Quellen zitiert werden müssen, was wiederum die steigenden Zahlen von Plagiatsfällen erklärt. Die Einführung einer vorwissenschaftlichen Arbeit an Gymnasien ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber trotzdem besteht noch ein großer Bedarf an Einschulungen in das korrekte wissenschaftliche Arbeiten.

Aber wer ist für die Vermittlung von Informationskompetenz zuständig? Bibliotheken? Fakultäten? ProfessorInnen? Es ist oft nicht klar wer die Verantwortung für diese Aufgabe übernehmen soll. Bibliotheken bewegen sich immer weiter in Richtung Teaching Library, aber es soll nicht die alleinige Aufgabe von Bibliotheken sein Informationskompetenz zu übermitteln, vor allem da sie nicht die nötigen Ressourcen haben. Daher sollten sich auch die jeweiligen Institute mit der Vermittlung von Informationskompetenz auseinandersetzen. Es obliegt ihrer Verantwortung ihren StudentInnen nicht nur fachliche, sondern auch wissenschaftliche Fähigkeiten zu vermitteln. Um jedoch alle StudentInnen erreichen zu können, sollten auch Online-Module zu diesem Thema angeboten werden, vor allem weil die Zahl der StudentInnen, die von zu Hause aus ihre Recherche machen, zunimmt. Um solche Online-Module gestalten zu können, werden wiederrum die Informatikservicestellen der Hochschulen benötigt. Daher sollten Institute, Bibliotheken und Informatikdienste einer Hochschule zusammenarbeiten um die Informationskompetenz zu vermitteln.

Und wie soll Informationskompetenz vermittelt werden? Momentan geschieht dies über drei Rahmenmodelle: ANCIL, Metaliteracy und ACRL Framework. Ich persönlich finde das Modell ANCIL sehr gut und ich glaube es ist von den drei Modellen das Geeignetste um die bereits erwähnten Probleme und Aufgaben zu lösen. Der große Vorteil dieses Modells ist, dass es 10 verschiedene Elemente der Informationskompetenz identifiziert und versucht diese den Lernenden zu übermitteln. In einer Gruppenarbeit erkannten wir, dass dieses Modell ziemlich flexibel ist und viel Spielraum für freies Gestalten der Lehreinheiten zulässt.

Wir haben dieses Modell so verstanden, dass verschiedene Elemente zusammen gemischt werden können und verschiedene Lerneinheiten geplant werden können, angepasst an den Bedürfnissen der Lernenden und Lehrenden. Da es ein ziemlich flexibles System ist, wäre es auch möglich, die Informationsvermittlung auf das Bibliohtekspersonal sowie das wissenschaftliche Personal einer Hochschule aufzuteilen. Dafür müssen natürlich Faktoren wie Fachwissen, Studienrichtung und Kenntnisse über verschiedene Elemente des Systems der jeweiligen Vortragenden berücksichtigt werden. Zugang zu Online Modulen zu diesen Themen wäre auch eine Möglichkeit.

Cian Scollard

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