Framework for Information Literacy for Higher Education als Denkmodell für den Umgang mit Repositorien

Ein Beitrag einer Kursteilnehmerin

Das von der Association of College and Research Libraries veröffentlichte Framework (http://www.ala.org/acrl/standards/ilframework) basiert auf einer Delphi Studie, die einige Schwellenkonzepte im Bereich Informationskompetenz identifiziert hat. Grundlegend dabei ist die Überzeugung, dass alle am Informationsprozess beteiligten Personen, sich ihrer Verantwortung am Prozess gelungener Informationsweitergabe stärker bewusst werden sollten. Das Modell geht von sechs so genannten Frames aus, wobei vor allem drei davon meiner Meinung nach auch für den Umgang mit Repositorien unverzichtbar sind. Eines dieser Konzepte meint „Authority is Constructed and Contextual“. Die Frage nach glaubwürdigen Quellen wird umso wichtiger, je größer das Informationsangebot ist und umso leichter und vielfältiger sich der Zugang zu Publikationsorganen gestaltet. Bei Repositorien, die beispielsweise von der gesamten Universität, also auch von den Studierenden, aktiv genutzt werden kann, bedarf es auf der einen Seite einer kritischen Haltung gegenüber den publizierten Inhalten, auf der anderen Seite ergibt sich dadurch aber auch die Chance, an Inhalte zu gelangen, die vielleicht von nicht ausgewiesenen ExpertInnen des eigenen Faches stammen und dennoch wichtig für die Forschung sind. Ein Beispiel dafür wären Bilder, die von Geografen zur Verfügung gestellt werden, aber aufgrund darauf erkennbarer historischer Gebäude auch für Kunsthistoriker interessant sind. Auch die These „Information Creation as a Process“ trifft meiner Meinung nach auch auf Repositorien zu. Inhalte aus einem Repositorium können mit anderen Inhalten verknüpft und eventuell in einem anderen Kontext in Beziehung gesetzt werden. Fächerübergreifende Betrachtungen eines Gegenstandes werden möglich und daraus kann neues Wissen entstehen. Auch die unterschiedlichen Repräsentationsmethoden von Wissen in unterschiedlichen Formaten werden hier angesprochen und sind wichtig für den Prozess der Informationsgewinnung. Nicht zuletzt ist auch der Punkt „Information has Value“ wesentlich. Hier ist vor allem die Eigenverantwortlichkeit der ProduzentInnen aber auch der KonsumentInnen von Wissen angesprochen. Das betrifft nicht nur den reflektierten Umgang mit rechtlichen Fragen, sondern auch das Bewusstwerden, dass Information immer ein soziales und kulturabhängiges Konstrukt ist. Wichtig ist auch, sich die Tatsache, dass die Möglichkeit Wissen verbreiten zu können nichts Selbstverständliches ist, immer wieder vor Augen zu halten. Der offene Zugang zu Publikationsmöglichkeiten ist nichts Selbstverständliches. Die Möglichkeit Inhalte über ein Repositorium weltweit verbreiten zu können ist jedoch auch mit Verantwortung verbunden. Information zu produzieren bedeutet Zeit und Wissen zu investieren, was von den Usern, also im Grunde von uns allen, auch respektiert werden sollte.
Aber auch die restlichen drei Frames sind für den Umgang mit Repositorien durchaus interessant. „Research as Inquiry“, „Scholarship as Conversation“ und „Searching as Strategic Exporation“ zielen darauf ab, den Informationsfluss als mehrdimensional zu betrachten. Es existieren in der heutigen Zeit zahlreiche Zugänge zum Wissen, die mitbedacht werden sollten. Etwas zu wissen ist kein statischer sondern ein dynamischer Zugang. Die Information zwischen Lehrendem und Lernendem fließt in beide Richtungen und die Suche nach Information sollte möglichst breit angelegt und den jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Informationssuchende müssen sich Wissen über die Struktur des zur Verfügung gestellten Wissens aneignen und Informationsanbieter müssen das Wissen entsprechend aufbereiten. Der Zugang zu den Inhalten sollte über Metadaten leicht erschließbar sein und die Struktur der verwalteten Objekte muss klar erkennbar werden. Hilfestellungen verschiedener Art von Seiten der Repositorienbetreiber sind dabei ebenso selbstverständlich wie eine begleitende juristische Unterstützung. Nur so kann das gesammelte und aufbereitete Wissen fließen.
Insgesamt bietet dieses Framework wichtige Denkanstöße um mit Information adäquat umgehen zu können. All die Überlegungen sollten auch beim Betrieb und bei der Verwendung von Repositorien Eingang finden.

Susanne Blumesberger, Teilnehmerin

[Anmerkung Karin Lach: Ich füge diesen Beitrag manuell für eine Kursteilnehmerin ein, da wir es trotz wiederholter Einladungen durch mich und Annahmen durch sie leider nicht geschafft haben, sie als aktive Beiträgerin freizuschalten… also machen wir es so.]

 

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